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Der letzte Sommer

Peter Jecklin als Thomas Mann im Hotel Waldhaus Sils © RAUM+ZEIT/ Foto: Heinz Holzmann
© RAUM +ZEIT/ Foto: Heinz Holzmann

Thomas Mann@Waldhaus Sils
 

August 1954: Katia und Thomas Mann geniessen Urlaubstage im Waldhaus Sils. Allein und erschöpft vom Seespaziergang kehrt Thomas Mann in sein Zimmer zurück. Dort erwartet ihn am Schreibtisch sitzend unvermutet sein verstorbener Sohn Klaus. Ist es ein Traum oder ein Todesbote? Die Begegnung zwischen Vater und Sohn wird zur Begegnung zwischen realem und ersehntem Ich. Klaus´ Geist ist Projektionsfläche für die verborgenen Wünsche und Sehnsüchte, die der Sohn auslebte, sein Vater hingegen nicht. Was bleibt vom unterdrückten Sehnen am Ende, wenn man allein aus dem Traum des Lebens erwacht?
Als Thomas Mann die Ehe mit Katia Pringsheim eingeht, entscheidet er sich für ein heteronormatives, bürgerliches Leben und gegen das Ausleben seiner Homosexualität. Klaus hingegen steht zu seinem Begehren und bricht als Freigeist und Lebemann zahlreiche Tabus.
Im Prolog zu seinem Lebensbericht Der Wendepunkt notiert er "Die atavistischen Tabus und inzestuösen Impulse früherer Generationen bleiben in uns lebendig; die tiefste Schicht unseres Wesens büßt für die Schuld der Ahnen; unsere Herzen tragen die Last vergessenen Kummers und vergangener Qual."
Sils-Maria war für Klaus Mann ein Sehnsuchtsort, den er schon in den 30er Jahren mehrmals besuchte. Zur Urlaubsgesellschaft gehörten Künstlerfreundinnen wie die Schweizer Schriftstellerin Annemar ie Schwarzenbach und die Brechtschauspielerin Therese Giehse, aber auch sein langjähriger Lebensgefährte Thomas Curtiss und natürlich seine Schwester Erika. Im schon damals berühmten luxuriösen Waldhaus kehrte er jedoch nie ein. Dieses Privileg blieb den Eltern vorbehalten.

In einem Zimmer des Hotel Waldhaus entwickelt RAUM+ZEIT auf der Grundlage der spannungsgeladenen Vater Sohn Konstellation eine VR Installation, die die Zuschauer in nen im zwischen Verdrängung und Begehren, Liebe und Abwehr zu den inner sten Fragen des Lebens führt. Was bleibt am Ende von unerfüllter Sehnsucht?
Das Künstlerkollektiv RAUM+ZEIT führt analoges Theater und Virtual Reality in einer neuen Form zusammen. Im Zentrum des Geschehens stehen die Besucher innen: Sie werden an eine Grenze geführt, an der es fraglich wird, ob sie nur Beobachte r oder schon Teil der Installation sind. Sie agieren in einem Machtspiel von S ehen und G esehenwerden. Installation und Realität, Erinnerung und Gegenwart verdichten sich zu einer neuen intensiven Erfahrung.

 

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Premiere 24 August 2022 Hotel Waldhaus Sils
Weitere Vorstellungen am 25./26./27./28./29. August 2022
Einlass von 15.00 Uhr bis 22.00 Uhr ( August ab 17:00 Uhr) alle 20 Minuten für je eine Person
Dauer 20 Minuten
Hotel Waldhaus Sils, Via da Fex 3, 7514 Sils/Segl Maria

Tickets Waldhaus Sils 17/10 CHF (ab 01. Juli 2022)
Online: https:// www.raumundzeit.eventbrite.ch
T e lefonisch: +41 81 838 51 00
mail@waldhaus sils.ch

Kontakt Pressekarten Sils
RAUM+ZEIT, Bernhard Mikeska, info@raumundzeit.art, T. +41 76 456 25 52
Hotel Waldhaus Sils, Daniela Greco, event@waldhaus sils, T. +41 81 832 64 02

Mit Peter Jecklin (VR) Idee/Konzeption RAUM+ZEIT Regie Bernhard Mikeska Text Lothar Kittstein Dramaturgie Daniela Guse Beratung Raum Duri Bischoff Kostüme Almut Eppinger Sounddesign Rupert Jaud Spielleitung Jenny Krug 360° Video Raum+Zeit heimspiel GmbH IVR.Space GmbH Produktionsleitung Lukas Piccolin Produktion Raum+Zeit Koproduktion Kulturplatz Davos Kooperation Waldhotel Davos Hotel Waldhaus Sils Fotos Heinz Holzmann.

Mit freundlicher Unterstützung durch Kreativfonds der Gemeinde Davos, SWISSLOS/Kulturförderung Kanton Graubünden, Ernst Göhner Stiftung, Region Maloja,
Jubiläumsstiftung der Mobiliar Genossenschaft, Meuli-Stiftung, Boner Stiftung für Kunst und
Kultur, Schweizerische Interpretenstiftung, Gemeinde Sils, Stiftung Kultur im Waldhaus Sils,
Stiftung Stavros S. Niarchos Chur, Stiftung Dr. Valentin Malamoud

Eine Zuschauerin in der Installation IM ZAUBERBERG © RAUM+ZEIT / Foto: Heinz Holzmann