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Thomas Mann House

Das Thomas Mann House ist ein Residenzhaus und transatlantischer Debattenort der Bundesrepublik Deutschland, an dem herausragende Persönlichkeiten im Austausch untereinander und mit dem Gastland grundlegenden politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Gegenwarts- und Zukunftsfragen nachgehen. Das Thomas Mann House ist mit seinem interdisziplinären Programm dem Geist Thomas Manns verpflichtet und widmet sich den großen Fragen unserer Zeit.

Entstehung

Das Haus in Pacific Palisades, einem Stadtteil im Westen von Los Angeles, wurde 1941 vom Architekten Julius Ralph Davidson für die Manns im Stil der kalifornischen Moderne entworfen. Thomas und Katia Mann bezogen die Villa 1942 und wohnten dort bis 1952. Nach der Rückkehr in die Schweiz verkauften sie es an den Rechtsanwalt Chester Lappen. Ab 2012 wurde es von dessen Familie vermietet, 2016 wurde die Villa zum Verkauf angeboten. Bald wurden Stimmen laut, die sich öffentlich dafür aussprachen, einen drohenden Abriss zu verhindern und das Haus als Erinnerungs- und Debattenort zu erhalten, darunter der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Herta Müller, die wie Thomas Mann mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Im November 2016 erwarb das Auswärtige Amt für die Bundesregierung die Immobilie. Nach der Sanierung wurde das Thomas Mann House am 18. Juni 2018 durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet. Träger des heutigen Residenzhauses ist seit April 2017 der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. 

Das Thomas Mann House heute

Das ehemalige Wohnhaus der Manns mit in weiten Teilen original erhaltenem Arbeitszimmer und Küche wird seit August 2018 als Residenzhaus und Debattenort genutzt. Die im Haus lebenden Thomas Mann Fellows widmen sich den drängenden Herausforderungen unserer Zeit und pflegen den geistigen und kulturellen Austausch zwischen Deutschland und den USA. 
Das Thomas Mann House knüpft an das gesellschaftspolitische Wirken des Literaturnobelpreisträgers  an. Es bringt deutsche und amerikanische Gesprächspartner*innen aus verschiedenen Fachrichtungen, intellektuellen und künstlerischen Traditionen und mit unterschiedlichen politischen Ansichten ins Gespräch. Fellowships und Veranstaltungen ermöglichen Begegnungen und intellektuellen Austausch. Unterschiedliche mediale Formate verschaffen Persönlichkeiten aus Deutschland und den USA Gehör und bringen sie in einen offenen Dialog mit einer breiten Öffentlichkeit. Über Vortragsreisen, Workshops und Symposien sowie Beiträge in Rundfunk und digitalen Medien strahlt das Programm sowohl in andere Bundesstaaten der USA als auch nach Deutschland aus. Als Teil der kulturellen, wissenschaftlichen und politischen Netzwerke in Südkalifornien ist das Thomas Mann House ein Ort, an dem die deutsch-amerikanischen Beziehungen wichtige Impulse erhalten.

Angebot und Programm

Die Thomas Mann Fellowships für einen drei bis zehnmonatigen Aufenthalt im Thomas Mann House werden einmal jährlich öffentlich ausgeschrieben. Ein unabhängiger, interdisziplinär besetzter Beirat wählt zwischen 10 und 12 Fellows pro Jahrgang aus. Bewerben können sich in Deutschland lebende Intellektuelle und Persönlichkeiten aus Kultur, Geistes- und Naturwissenschaften, Wirtschaft, Politik und Medien. Ihr Vorhaben muss sich mit grundlegenden aktuellen Fragen beschäftigen, die auf beiden Seiten des Atlantiks von Relevanz sind. Ein Thomas Mann Fellowship schließt die Bereitschaft ein, innerhalb der USA zu reisen, um neue Gesprächspartner, insbesondere auch jenseits der Metropolen, zu erschließen und mit ihnen in Dialog zu treten. 
Das Team des Thomas Mann House konzipiert und organisiert entlang der Themen der Fellows ein Programm, das sich an eine breite Öffentlichkeit in Los Angeles und weit darüber hinaus richtet. Öffentliche Veranstaltungen finden in Kooperation mit lokalen und überregionalen Partnerinstitutionen statt.
Aufgrund seiner Nutzung als Residenzhaus und seiner Lage in einem exklusiven Wohngebiet von Los Angeles kann das Thomas Mann House nicht für den regelmäßigen Besucherverkehr geöffnet werden. Auf Einladung finden jedoch kleinere Veranstaltungen wie Expertengespräche, Vorträge und Salonabende statt. Mit den rückkehrenden Fellows und Alumni organisiert die Berliner Geschäftstelle Veranstaltungen, die die Ergebnisse der Arbeitsaufenthalte im Thomas Mann House an verschiedenen Orten in Deutschland vorstellen.

Strukturen

Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. ist als unabhängiger Kulturmittler Träger des Thomas Mann House und unterhält seit 1995 im ehemaligen Wohnsitz von Lion und Marta Feuchtwanger, der Villa Aurora, ein Künstlerresidenz-Programm. Die beiden Häuser liegen etwa 10 Autominuten voneinander entfernt. 
Der Verein mit Sitz der Geschäftsführung in Berlin wird vom Auswärtigen Amt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Kooperationspartner und Fördererdes Thomas Mann House sind die Berthold Leibinger Stiftung, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Robert Bosch Stiftung und das Goethe-Institut. 
Von Los Angeles aus leitet ein deutscher Programmdirektor die inhaltliche Arbeit des Thomas Mann House in den USA.

Kontakt
Heike Catherina Mertens
Geschäftsführerin
Villa Aurora & Thomas Mann House e.V.
https://www.vatmh.org
T:+49 30 20 62 36 40
Jägerstraße 23
10117 Berlin